Auffrischungsschulung SEP

Für Inhaber einer Motorfluglizenz LAPL (A) oder PPL (A) ist – zusammen mit den Mindestanforderungen an die persönliche Flugzeit – alle zwei Jahre ein mindestens einstündiger Flug mit Fluglehrer (FI oder CRI) als „Auffrischungsschulung“ erforderlich.

Die genauen Regeln unterscheiden sich nach Art der Lizenz:

Inhaber einer Motorfluglizenz LAPL (A)

sind nach FCL 140.A bei Antritt eines jeden Fluges selbst dafür verantwortlich, dass sie in den jeweils 24 Monaten vorher mindestens

  • 12 Flugstunden und 12 Starts und Landungen als PIC  und
  • eine Auffrischungsschulung von mindestens einer Stunde Gesamtflugzeit mit einem Lehrberechtigten

absolviert  haben, um „die Rechte aus ihrer Lizenz ausüben zu dürfen“ – wie es im Amtsdeutsch heißt – also um legal zu fliegen. Die Auffrischungsschulung wird dabei vom Lehrberechtigten im Flugbuch des Piloten bestätigt. Eine „Lizenzverlängerung“ ist dabei nicht nötig.

Inhaber einer Motorfluglizenz PPL (A)

finden in ihrer Lizenz ein Ablaufdatum ihrer Klassenberechtigung(en), das um zwei Jahre verlängert werden kann, wenn der Pilot in den letzten 12 (!) Monaten vor Ablauf der Klassenberechtigung mindestens

  • 12 Flugstunden in der betreffenden Klasse (davon 6 als PIC) mit mindestens 12 Starts und 12 Landungen inclusive
  • einer Auffrischungsschulung von mindestens einer Stunde Gesamtflugzeit mit einem Lehrberechtigten

absolviert hat. (Beides kann innerhalb von drei Monaten vor Ablauf der Berechtigung durch eine Befähigungsprüfung durch einen Prüfer  ersetzt werden – siehe unter Befähigungsüberprüfung)

Wenn – was für den Normalfall sinnvoll ist – zum Zeitpunkt des einstündigen Fluges mit Fluglehrer (Auffrischungsschulung) auch die 12 Stunden und 12 Landungen bereits vorliegen, verlängert der Fluglehrer das Ablaufdatum der Klassenberechtigung mit Handeintrag auf der Rückseite der Lizenz und erstattet darüber der zuständigen Luftfahrtbehörde eine schriftliche Anzeige.

Dieser alle zwei Jahre verpflichtende Flug mit Fluglehrer („Auffrischungsschulung“)  versteht sich nicht als „Prüfung“  Ihrer Fähigkeiten – Sie können dabei also auch nicht „durchfallen“!  – sondern als Angebot, einmal wieder in professioneller Begleitung Situationen und Verfahren zu trainieren, die über den normalen fliegerischen Alltag hinausgehen aber  in außergewöhnlichen Situationen eine – vielleicht entscheidende – Sicherheitsreserve bieten.

Ihr individuelles Übungs-Programm können Sie mit Ihrem Fluglehrer vor dem Flug absprechen und anschließend auch nachbesprechen.

Geübt werden können zum Beispiel

  • Langsamflug mit Erkennen und Verhindern des Überziehens („Stall“) in allen Konfigurationen
  • Steilkurven in allen Konfigurationen
  • Notverfahren bei Triebwerksausfall: Startabbruch, Notlandungen, Ziellandungen
  • Kurzstart- und Kurzlandetechniken  –   auch auf Graspisten
  • Starts und Landungen bei Seitenwind (bei entsprechenden Windverhältnissen)
  • Landungen ohne Klappen
  • Seitengleitflug (Slip; Kurvenslip   …  die Lieblingsübung unseres Ausbildungsleiters ;-))
  • Notabstiegsverfahren; Umkehrkurven im Gebirge
  • Einflug in Kontrollzonen
  • Professionelle Funksprechverfahren
  • Funknavigation und präzises Fliegen nach Instrumenten im kontrollierten Sichtflug
  • Einfache Flugmanöver (zB Umkehrkurve) „unter der Haube“ – natürlich in VMC!

 

Solche Übungsflüge führen wir auf unseren Flugzeugen oder nach Absprache eventuell auch  in Ihrem Flugzeug durch, sofern wir mit dem  Flugzeugmuster vertraut sind und weitere Voraussetzungen wie zB ausreichende Kaskoversicherung gegeben sind.

Natürlich können Sie auch andere Fortbildungsangebote wie zB Typeneinweisung auf eines unserer Flugzeuge (C172S mit Garmin 1000 Glascockpit, Mooney M20F Executive mit Verstellpropeller und Einziehfahrwerk, Tecnam P2002JF, Katana DA 20) oder eine Alpeneinweisung als „Übungsflug“ anrechnen lassen! Eine sinnvolle Möglichkeit , das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Wir wollen, dass Sie gut, gerne und sicher fliegen!

Und wenn die Frist einmal abgelaufen ist … ?

Sollte es einmal dazu gekommen sein, dass Sie über einen gewissen Zeitraum andere Prioritäten,  z.B. beruflicher oder familiärer Art, setzen mussten und die erforderliche Mindeststundenzahl in den letzten 24 bzw. 12 Monaten NICHT erfliegen konnten, stehen je nach Lizenz unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl, bei denen wir Sie unterstützen können:

Beim LAPL (A)

  • fliegen Sie die fehlenden Stunden einfach in Begleitung eines Fluglehrers (oder nach vorangegangener Übung auch solo unter dessen Verantwortung mit Flugauftrag) so lange bis Sie wieder fit sind und mindestens die nötigen 12 Stunden in den zurückliegenden 24 Monaten zuzüglich der einstündigen Auffrischungsschulung voll sind – dann fliegen Sie ohne weiteren (Prüfungs-)Aufwand wieder eigenverantwortlich weiter.

Beim PPL (A)

  • kann Ihnen eine Befähigungsüberprüfung durch einen anerkannten Prüfer  dazu verhelfen, ihre Klassenberechtigung zu verlängern oder  gegebenenfalls zu erneuern.

siehe „Befähigungsüberprüfung SEP